Freitag, 18 Mai 2012 | Zwischennotizen

Paulinchen sitzt auf Grund vor South Port
„Wann geht es weiter?“, die Frage kommt im Moment fast täglich und morgen wird es wohl soweit sein. Der erste „Start“ war allerdings schon vor fast einer Woche und sollte nach South Port in den Lake St. Clair gehen, um dort einige Tage zu liegen und einen Vortrag zu halten.
„Es ist recht flach dort“, wurde ich schon vor der Abfahrt in LaSalle gewarnt und es hat nicht sein sollen: Zwischen den letzten beiden Tonnenpaaren der Ansteuerung wird die Zahl auf dem Echolot immer kleiner, der Bug neigt sich sanft nach vorn, und der Kiel bohrt sich in den weichen Sandboden. Die Hilfe vom Club kommt prompt, das Spi-Fall an einem Motorboot befestigt, versuchen wir mit Lage über die Sandbank zu kommen. – Erfolglos. Nach einer Stunde vereinbaren wir, dass ich für den Vortrag in LaSalle abgeholt werde und es geht den Detroit River entlang zurück in Richtung LaSalle. Weiterlesen… »
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Donnerstag, 10 Mai 2012 | Kanada

Lunch Hour in LaSalle
Die letzten Züge des Winters sind im Abmarsch. Ich sitze unterm Vordach im LaSalle Mariners Yacht Club. Neben mir das leise Rauschen des BBQ, vor mir „Burger-Utensilien“: Lunch Hour. In dieser Zeit zieht jeden Tag der Geruch von Würstchen, Burger, oder Steak landeinwärts an Paulinchen vorbei. Sie schaukelt wieder, scheint etwas gelangweilt nach dem Winter an Land auf neue Abenteuer zu warten und zuckelt hin und wieder an ihren dicken Festmachern. „Some serious lines“ sind das, wie ich hier immer mal gesagt bekomme. Festmacher sind in dieser Gegend dünn dimensioniert. Ein Viertel meiner dicken Liros-Handy-Elastic Leinen ist eher die Norm. – Bei durchaus größeren Boote
Aber bei mir ist einiges anders. John hatte kurz nach meiner Ankunft im vergangenen Jahr einen Freund gebeten, mich auf dem Weg zum Club von der Werft abzuholen. „Wie erkenne ich sein Boot?“ hatte der gefragt und zur Antwort bekommen: „Du wirst es schon erkennen…“ Mehr Leinen im Mast, zwei „serious“ dimensionierte Anker auf dem Vorschiff, allerlei Zeugs und Kram an Deck. Er hatte recht. Auch ohne deutsche Flagge fiel Paulinchen aus dem Rahmen, war auffällig. Weiterlesen… »
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Dienstag, 24 April 2012 | Kanada

"Nachts fällt das Thermometer in Gefrierpunktnähe"
Kalt ist es hier… Dabei nennen es die Kanadier „unusual warm for the season“. Ungewöhnlich Warm bedeutet hier, dass das Thermometer nachts auf Gefrierpunktnähe fällt und tagsüber fegen bis zu 40 Knoten Wind über die Marina. Kein Wetter, um ein Boot ins Wasser zu lassen und auch nicht wirklich traumhaft, um an Bord zu wohnen.
Der Heizlüfter arbeitet rund um die Uhr und die ersten Tage in Kanada gingen schnell mit Einräumen und Aufklaren vorüber. Der Motor steht generalüberholt in der Halle und ich hoffe, Ende der Woche kann der Einbau losgehen.
Der Weg von der Schweiz nach LaSalle bestand vor allem aus langweiligen Stunden hoch über dem Atlantik, in Flughäfen und Bussen. Jederzeit würde ich denen die zwei Jahre an Bord vorziehen, die ich per Boot hier her benötigte. Beim Abflug in Zürich stand die Sonne gerade über Dubai und bis New York hatte sie uns mit Leichtigkeit überholt. Abflug um 10 Uhr, Ankunft um 14 Uhr. Dazwischen liegen neun Stunden. Zeitreisen im einundzwanzigsten Jahrhundert … Weiterlesen… »
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Freitag, 20 April 2012 | USA

Matt Rutherford segelt non-stop um Nord- und Südamerika. Foto: Mark Duehmig
Matt ist kein auffälliger Typ. Eher so die Sorte ruhig und gemütlich. Vor knapp einem Jahr ging er mit seinem Dingi im Spa Creek vor Annapolis bei Paulinchen längsseits. Ein Plausch über die Bordkannte, wie er öfter vorkommt. Meist geht es um Wetter, Boote, Ankerplätze. – Cruiser Small Talk. Immer dabei: „woher“ und „wohin“. Ganz beiläufig erzählte er, dass etwas weiter hinten in dem Seitenarm der Chesapeake Bay sein Boot liegt. Das, so erfuhr ich, wollte der 30-jährige in einigen Monaten durch die Nordwest-Passage segeln.
Ich muss zugeben, dass ich etwas zurückhaltend reagierte. Auf meiner Reise hatte ich schon andere getroffen, die Kurs auf dieses Revier genommen hatten und auch solche, die umkehrten. In Halifax lag beispielsweise im Sommer 2010 eine Yacht aus Irland neben mir. Wobei Yacht gar nicht so die richtige Wortwahl war: Ihr Aluminiumboot glich einer Festung. Alles war doppelt verstärkt, recht kleine Fenster, dafür ragten aus dem Deck zwei Schorsteine für die Heizung. Ein Selbstbau, als Expeditionsschiff, eigens für diesen Törn entworfen und gebaut. Die Typen dazu trugen dicke Wollpullover und hatten lange Bärte und wuschelige Haare. Einen Bart hatte Matt damals auch, dazu einen gepflegten kurzhaarschnitt. Das Schiff auf das er aber zeigte, war eine Albin Vega. Das paste nicht in mein Bild und vielleicht hat er das gespürt und deshalb nicht viel von den weiteren Plänen seiner Reise erzählt. Wir plauderten über den Atlantik, über die Karibik über das Wetter… Weiterlesen… »
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Montag, 16 April 2012 | Kanada

Ein halbes Jahr ist seit dem "einparken" vergangen...
19,6kg bringt der Koffer auf die Waage. Rollentausch. Auf dem Weg aus Kanada in die Schweiz war er etwas schwerer und ich dafür etwas leichter als heute. Letzteres wird sich an Bord sicher schnell ändern. Frische Luft und viel Bewegung sind erfahrungsgemäß ein guter Garant, Winterspeck schnell los zu werden.
Weitgehend unverändert über den Winter gebliebene ist eine kleine, handschriftliche Liste geblieben „To-Do Frühling“ steht darauf und ich habe sie kurz vor dem Abflug im vergangenen Herbst geschrieben: Weiterlesen… »
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