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Hinnerk Weiler

Koje frei bis Feuerland – segeln um die halbe Welt

Smut, Mechaniker, Geschichtenmacher – vom Redakteur zum Weltreisenden

Hinnerk Weiler, 1976 in einem kleinen Dorf zwischen Hamburg und Lüneburg geboren, segelte zum ersten Mal mit einer Jolle im Sportunterricht der elften Klasse: “Ein absoluter Glücksfall. Ohne dieses Angebot wäre ich vermutlich nie mit dem Segeln in Kontakt gekommen”, freut er sich noch heute. Denn Wind und Wasser faszinierten ihn fortan, sportlichem Regattasegeln allerdings konnte er nur wenig abgewinnen. Statdessen stand schnell fest: “Irgendwann gehe ich auf Große Fahrt – ganz gemütlich”.

Dem ganz großen Törn gingen allerdings noch einige Jahre mit kurzen Abenteuern auf einem sechs Meter langen Kajütkruzer vom Typ Carina voran. Deutsche Ostseeküste, Däniche Südsee. Letztlich entschloss er sich, seine Wohnung, den bisherigen Job in der IT und einige Versicherungen über Bord zu werfen und einfach Segeln zu gehen. “Mit einem sechs Meter Boot kommen einem 1.000 Seemeilen Ostsee schon fast wie eine Weltreise vor”, erinnert er sich. Von der Neustädter Bucht aus ging es an Schwedens Ostküte entlang, durch Schären und den Göta Kanal zu den großen schwedischen Binnenseen und weiter bis Göteborg. Den anschließenden Winter verbrachte er im dänischen Vilsund am Limfjord.

Aufmacher des zweiten Artikels über Hinnerk Weilers Segeltour durch Schweden, segeln 12/2005

"...du wolltest Abenteuer" - Die "Sumpfkuh" auf dem Vättern

Diese Reise wurde als zweiteilige Reportage in der Zeitschrift segeln für ihn zum Autoren-Debüt. Doch “über das Segeln schreiben ist eben nur fast so gut, wie selbst zu segeln”. Drei Jahre später zieht es ihn wieder auf See. Mit einem etwas größeren Boot und viel größeren Zielen.

Seit dem Frühjahr 2009 lebt der heute 34-jährige auf seiner IW 31, einem 9,30 Meter Segelboot aus der Feder Sparkman & Stephens. Mit “Paulinchen” rundete er im ersten Jahr der Reise noch einmal die Ostsee, besuchte abgelegene Flecken im Rigaischen Meerbusen und legte knapp 2.500 Seemeilen zurück. “Ursprünglich wollte ich noch vor Weihnachten in Südengland sein, um dem wärmenden Golfstrom näher zu kommen”. Daraus wurde allerding nichts, denn bereits Ende November fiel der erste Schnee an Deck. Bis weit in den März 2010 hinein machte das Wetter ein  Auslaufen unmöglich: “Auch das ist Fahrtensgeln – man kann heute fast alles planen und organisieren, aber das Wetter bestimmt letztlich über das Gelingen.”

Den Mut lässt er sich davon allerdings nicht nehmen. Nach dem langen Winter folgte eine schnelle Reise zu den Azoren und die erste Atlantiküberquerung. Seit Sommer 2010 bereist Hinnerk die Amerikanische Ostküste. Aus dem Winter im Hamburger Hafen hat er vor allem eines gelernt: Statt zu riskieren den nächsten Frost in Chicago zu erleben ging es rechtzeitig mit Kurs auf die Bahamas ins Warme.

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