Die Route
Einfach mal flott rum… das geht in weniger als zwei Jahren. Vorausgesetzt, man wählt für so eine Weltumesegelung die klassische Barfußroute durch die Karibik und lässt sich mit dem Passatwind im Rücken schieben. Auch wenn man mehr Zeit hat, ist dies sicher die bequemste und beliebteste Strecke und der Name ist Program: Nach der Biskaya verschwinden Schuhe in einer Backskiste und statt Ölzeug werden Shorts und Shirts zur Segelbekleidung. Sonne satt, Passatwind im Rücken und endloses Buchtenbummeln vor weißen Stränden.
Traumhaft! Aber Bequemlichkeit steht in meinem Projekt nicht an erster Stelle. Die ungewöhnliche, fast 50.000 Seemeilen lange Route ist anders. Mit dem Gedanken: “Diese Chance hast du nur einmal”, im Kopf hae ich mit ihr all die Punkte auf der Welt verbunden, die ich zum Teil seit meiner Kindheit unbedingt einmal besuchen wollte. So ist die Reise meines Lebens entstanden: Keine Weltumselgelung, aber eine Weltreise.
Erledigt
Im Frühjahr 2009 nahm die Ihren beginn mit einem Probeschlag um die Ostsee. Gut 2.500 Seemeilen lang führte der in Häfen wie Tallinn, Riga oder auf die finnischen Aalands. Nach einem langen und kalten Winter im Hamburger Hafen, der die Heizung und Nerven noch einmal auf die Probe stellte folgte die schnelle Reise in den warmen Süden Richtung Azoren.
Statt von dort aus nach New York, trieben mich die Tiefs im Nordatlantik weit nach Norden. Die Atlantiküberquerung endete knapp 1.000 Seemeilen abseits der Route im kanadischen Halifax. Das große Ziel für 2010, die Great Lakes mussten durch die Verzögerungen um ein Jahr verschoben werden. Zu spät lag die Freiheitsstatue quer ab. Improvisation mit traumhafen Alternativen: Statt Frost in Chicago hieß es zum zweiten Winter an Bord Kurs Süden zu setzen und Weihnachten unter Palmen am weißen Strand einer Insel in den Bahamas zu feiern.
Seit dem Frühjahr 2011 ging es im zweiten Anlauf zu einem der außergewöhnlichsten Segelabenteuer auf meiner Route: Binnen durch die Vereinigten Staaten, über Seen, Flüsse und Kanäle von den Great Lakes in den Golf von Mexico. (Mehr über diese Etappe)
Aktuell
Zwischenstopp in Kanada nach kapitalem Motorschaden. – Ein Lagerschaden am Motor zwingt mich die Reise eine Weile zu unterbrechen. Während im kanadischen LaSalle am Detroit River der Motor repariert wird bin ich nach Europa zurückgeflogen, um das notwendige Geld für die reparatur zu beschaffen. Im Frühling 2012 nehme ich dann Kurs auf die Georgian Bay und setze die Reise fort.
Ausblick
Von dort aus geht es ab dem Frühling 2013 weiter nach Süden. Mit der Antarktis in greifbarer Nähe will ich den südlichsten Punkt Amerikas, und damit den Pazifik im Dezember 2013 erreichen.
Das Projekt “Koje frei bis Feuerland” wird dort zu Ende gehen. Allerdings nur, um unter dem Namen “Koje frei ab Feuerland” fortgesetzt zu werden. Ziel: Einmal um den Pazifik. Mit Stopps in Australien, China, Japan, Russland, Alaska und entlang der nordamerikanischen Westküste zurück Richtung Panama. Wenn alles glatt geht (und das tut es nie) gibt es im Herbst 2017 eine gigantische Party in Hamburg. Vielleicht wird es ein oder zwei Jahre später…
Doch unterwegs bin ich nicht verschwunden. Hier im Web und in Berichten der Zeitschrift segeln ist “Koje frei bis Feuerland” immer aktuell. Kommen Sie an Bord: Zurück zur Startseite
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